Schorfheide - Oderbruch - Unteres Odertal

Naturerlebnis im Grenzland zwischen Deutschland und Polen

Reisedatum 20. - 26. Mai 2012

Die geschichtsträchtige Grenze zwischen Deutschland und Polen hat noch einen ganz anderen Aspekt: Eine faszinierende Naturlandschaft in einer teilweise ursprünglichen Landschaft. Wir haben diese Landschaft erkundet und dabei eine Vielzahl erlebenswerter Plätze gefunden. Aus den Schönsten haben wir diese Reise für Sie zusammengestellt:

Schorfheide, die einsame Weite der Hügellandschaft im Biosphärenreservat zieht die Besucher von Beginn in ihren Bann. Seen, Wälder und ein unvergleichlicher Himmel prägen den Reiz dieser hügeligen, eiszeitlichen Landschaft zwischen Havel und Oder. Das Oderbruch, einstmals von Friedrich II. geformt und der Natur entrissen, hat sich in Teilen seine Ursprünglichkeit bewahrt, andere Bereiche wurden der Natur zurückgegen und haben sich zu neuem Leben entwickelt. Im Nationalpark Unteres Odertal haben deutsche und polnische Naturschützer gleich nach der Grenzöffnung ein völkerverbindendes Naturschutzprojekt begonnen. Die Oderaue, geprägt von Altwassern und Schilfgürteln, von periodisch überfluteten Feuchtwiesen und naturnahem Auwald, ist nicht nur für ihren Vogelreichtum berühmt. Artenreiche Laubwälder und Kuppen mit blumigen Trockenrasenflächen ermöglichen auf engstem Raum eine ungewöhnliche Artenvielfalt.

 

Reiseablauf

1. Tag - Anreise

Am frühen Nachmittag erreichen wir die Schorfheide und wollen uns ein wenig die Beine vertreten und dabei den herrlichen Ausblick über die typische Landschaft der Schorfheide genießen: Zahlreiche Seen sind eingebettet in die sanften Hänge dieser Region. Vor uns im Wildpflanzenhang und einer Kräuterwiese mit Wildobstbäumen tanzen Schwalbenschwänze und andere Schmetterlinge über der Blumenpracht.

2. Tag- Rund um den Werbellinsee und der Grützpott

 

Seen prägen die Landschaft der Schorfheide. Einen dieser eiszeitlichen Seen wollen wir zu Fuß und mit dem Schiff erkunden und dabei die Eindrücke von der Landseite und der Wasserseite des in herrlicher Landschaft gelegenen Webellinsees genießen. Nach einer Wanderung auf einem wildromantischen Pfad am Ufer umrunden wir den Rest des Sees mit dem Schiff.

Um den Grützpott bei Stolpe ranken sich alte Sagen. Der noch gut erhaltene Turm aus dem 12. Jahrhundert ist mit 18 m Außendurchmesser der wahrscheinlich dickste Bergfried Deutschlands. Vom Turm und den bunten Bergwiesen genießt man einen wunderschönen Blick über das Untere Odertal.

Wanderung am Ufer des Sees Wanderung am Ufer des Sees
Mit dem historischen Schiff rund um den See Mit dem historischen Schiff rund um den See
Der Grützpott - eingebettet in prachtvolle Blütenhänge Der Grützpott - eingebettet in prachtvolle Blütenhänge

3. Tag   Fahrradtour im Oderbruch

Ein besonderes Erlebnis ist die Natur in unmittelbarer Nähe der Oder. Weit ausgedehnte Überschwemmungs- und Grünlandflächen und ein ausladender Strom prägen die Landschaft. Über den Wasserflächen suchen majestätische Seeadler und wendige Fischadler nach Beute. Auf der ganztägigen geführten Fahrradtour mit einem ortskundigen Führer durch die Oderbruchlandschaft lernen wir Natur und Kultur, die Geschichte der Landentwicklung und die heutigen Konfliktfelder zwischen Naturschutz und Landnutzung kennen.

Weites Grünland und Überschwemmungsflächen prägen die Landschaft Weites Grünland und Überschwemmungsflächen prägen die Landschaft
Über den Schilfflächen suchen Rohrweihen nach Beute Über den Schilfflächen suchen Rohrweihen nach Beute

4. Tag der Gegensätze

Faszinierende Technik des frühen 20. Jahrhunderts und ein 700 Jahre früher entstandenes Kloster sind die Themen des heutigen Tages. Mit dem Schiff überwinden wir 36 m Höhenunterschied im mit über 80 Jahren ältesten Schiffshebewerk Deutschlands. Im krassen Gegensatz dazu steht das Kloster Chorin. Eingebettet in eine sanfte Endmoränenlandschaft präsentiert sich die backsteinrote Klosteranlage vor dem satten Grün des märkischen Waldes. Ein Spaziergang um den Amtssee beim Kloster macht deutlich, warum die ehemalige Zisterzienserabtei an diesem Ort entstanden ist.

Das Schiffshebewerk ist seit 80 Jahren in Betrieb Das Schiffshebewerk ist seit 80 Jahren in Betrieb
700 Jahre früher liegen die Ursprünge des Choriner Klosters 700 Jahre früher liegen die Ursprünge des Choriner Klosters

5. Tag   Nationalpark Unteres Odertal

Im neu entstandenen Nationalparkhaus führen eine interessante Ausstellung und eine fantastische Multimediashow in die Thematik des Unteren Odertals ein. Mit dem Nationalpark ist ein grenzübergreifendes Naturschutzprojekt gelungen. Überschwemmungsflächen, die sich der Strom selbst suchen kann und regulierte Überschwemmung bilden ein optimales Zusammenspiel, insbesondere für die Vogelwelt. An verschiedenen Punkten, teilweise mit Führern der örtlichen Naturwacht, erkunden wir die besten Beobachtungsplätze.

Das Untere Odertal mit seinen Wasserläufen und Poldern bietet ausgezeichnete Beobachtungsmöglichkeiten Das Untere Odertal mit seinen Wasserläufen und Poldern bietet ausgezeichnete Beobachtungsmöglichkeiten
Silberreiher, Seeschwalbenarten und zahlreiche Limikolen treffen sich an den Nassstellen Silberreiher, Seeschwalbenarten und zahlreiche Limikolen treffen sich an den Nassstellen

6. TagMit dem Kanu nach Polen

Was abenteuerlich klingt, bietet Naturerlebnis pur. Mit Kanus begeben wir uns zusammen mit einem Naturführer in den wildesten Teil des Oderbruchs. Hier in Polen ist das Reich der Biber und Schwarzstörche, dort sind auch Seeadler, Wiedehopf und zahlreiche weitere Vogelarten zuhause. Mit den Booten bewegen wir uns behutsam auf den Nebenarmen der Oder entlang und entdecken die völlig ursprüngliche Landschaft. Mittags gibt es auf Wunsch Gelegenheit, sich in Malas biologischer Wildküche im Busch für die Rückfahrt zu stärken. Es besteht die Möglichkeit selbst Kanus zu fahren oder einfach nur mitzufahren.

Im polnischen Teil ist die Oder weit weniger reguliert - teilweise Wildnis pur Im polnischen Teil ist die Oder weit weniger reguliert - teilweise Wildnis pur

7. Tag   Moore - Wälder - Seen

Die Vielfalt der Landschaft wird noch einmal bei einer Naturwanderung mit einem Führer der Naturwacht in das älteste Naturschutzgebiet Brandenburgs deutlich. Das NSG Plagefenn mit seinem heimeligen Buchenwald und seinen sattgrünen Vermoorungsflächen unterstreicht den Reiz der Landschaft. Beim Mittagspick an einem Beobachtungsturm am Grimnitzsee hoffen wir, die zahlreich am See brütenden Seeadler und Fischadler beim Beuteflug beobachten zu können. Ein besonderer Tipp der einheimischen Naturkenner ist der Felchowsee, wo noch mehrere Brutpaare der seltenen Rohrdommel vorkommen. Der Frühjahrsruf der scheuen Vögel ist ein echtes Gänsehauterlebnis.

Hier ist das Revier von Seeadlern und Fischadlern Hier ist das Revier von Seeadlern und Fischadlern

8. TagNaturzentrum Blumberger Mühle und Rückreise

Ein Besuch des NABU-Zentrums Blumberger Mühle schließt unsere Reise ab. Auf dem Gelände ist die einzige in Deutschland vorkommende Schildkrötenart, die Europäische Sumpfschildkröte gut zu beobachten. Auf den Trockenrasenfächen und im Kräutergarten finden wir zahlreiche Pflanzenarten und die Blauflügelige Ödlandschrecke. Die Teichanlage bietet um diese Jahreszeit einen vielfältigen Vogelreichtum.
Gegen Mittag starten wir die Rückfahrt in unsere Ausgangsorte.

Die Europäische Sunpfschildkröte ist die einzig in Deutschland lebende Art Die Europäische Sumpfschildkröte ist die einzig in Deutschland lebende Art

Reisepreise: € 889,00 pro Person bei Unterbringung im Doppelzimmer; € 70,00 Zuschlag bei Unterbringung im Einzelzimmer

Ermäßigungen:

NABU-Mitglieder erhalten einen Nachlass in Höhe von € 20,00 auf den Reisepreis!

Leistungen:
Fahrt im modernen Fernreisebus, Unterbringung in einer modernen, sehr gut ausgestatteten Pension, 7 Übernachtungen in komfortablen 2-Bett Zimmern, Halbpension, fachkundige Begleitung bei allen Exkursionen. Im Reisepreis sind sämtliche Eintrittsgelder, Schifffahrten, Leihgebühr für Fahrräder, Bootsfahrten und Führungen enthalten!

Zustiege:
Oldenburg, Bremen, Bremervörde, Zeven, Rotenburg, Hamburg-Harburg sowie nach Absprache entlang der Fahrtroute.

Übernachtung beim NABU

Die Dohle ist Vogel des Jahres 2012.