Ersthelfer*in für die Vielfalt

Kindergartenkinder schützen heimische Natur

Bild: NABU/Bernd Schaller
Bild: NABU/Bernd Schaller

Dem Rückgang unserer heimischen Arten Einhalt zu gebieten ist eine herausfordernde Aufgabe der heutigen Zeit, die nur gelingen kann, wenn langfristig ein Umdenken in unserer Gesellschaft stattfindet. Unsere heimische Natur muss wieder an Wert gewinnen. Dabei spielen unsere Kinder die entschiedenste Rolle. Um schon die Kleinsten für die Natur und den Artenschutz zu begeistern, startete die NABU Umweltpyramide gefördert von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung 2019 das Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt – Kindergartenkinder schützen die heimische Natur“. Über die Qualifizierung des pädagogischen Personals und die Durchführung von altersgerechter Umweltbildung sollen Kindergartenkinder in zehn Kindergärten für den Wert unserer heimischen Artenvielfalt sensibilisiert werden.

Das Projekt ist modular aufgebaut und begann zunächst mit einer ganztägigen Fortbildung für das pädagogische Personal. Diese fand am 22. November 2019 in der NABU Umweltpyramide in Bremervörde statt.

 

Anschließend werden die Kinder in jeweils halbjährlichen Modulen zu

 

- „Krabbeltierfreunden“ (Februar – August 2020)

 

- „Blumenentdeckern“ (September 2020 – Januar 2021)

 

- „Ernährungsforschern“ (Februar – August 2021) und

 

- „Naturbaumeistern“ (September 2021 – Januar 2022)

 

ausgebildet. Die NABU Umweltpyramide liefert dafür eine Ideensammlung für Aktionen und Spiele sowie die benötigten Materialien. Vor jedem Modul findet in den Kindergärten eine Kurzschulung statt.

 

Jedes Modul bringt den Kindern einen anderen thematischen Schwerpunkt spielerisch und altersgerecht näher und ist mit einer größeren Aktion verknüpft: die Kinder basteln gemeinsam kleine Wildbienennisthilfen, befüllen eine große Wildbienennisthilfe für ihren Kindergarten und stellen sie auf, legen ein Wildblumenbeet an und bauen Nistkästen. An geeigneter Stelle werden die Eltern mit einbezogen.

 

Jeweils am Ende der Module bekommen die Kinder ein Abzeichen und sind so als kleine „Experten“ zu erkennen. Sie stellen ihre Kenntnisse den Eltern und anderen Interessierten in Abschlussfesten vor.

Im Mai/Juni 2020 werden die Pflanzen- und Insektenarten in den Einrichtung zusammen mit den Kindern erfasst und besprochen. Eine Vergleichserfassung und Auswertung erfolgt am Ende des Projektes.

„Wir erreichen mit dem Projekt etwa 250 Kindergartenkinder und ihre 500 Eltern“, sagt Dr. Maren Meyer-Grünefeldt, Leiterin der NABU Umweltpyramide. Dabei soll es jedoch nicht bleiben, denn die Projektinhalte werden idealerweise von den jeweiligen Kindergärten auf Dauer aufgenommen, so dass auch in den Folgejahren noch kleine Naturliebhaber ihre Freude haben werden. Wer nicht ins Projekt aufgenommen wird, aber Interesse an der Thematik hat, kann in einem von der NABU Umweltpyramide entworfenen Leitfaden im Nachgang zum Projekt Anregungen holen. „Wir freuen uns sehr, dass uns die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung mit 100.000 € bei dem Projekt unterstützt und hoffen, dass wir viele Kinder langfristig für unsere heimische Natur begeistern können“, freut sich Dr. Meyer-Grünefeldt.

 

Das Projekt wird gefördert von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.