280 Nistkästen für Kindergärten und Helga-Leinung-Schule

Wie hier die Kita „Geeste-Strolche“ haben zehn Einrichtungen jeweils eine Bollerwagen-Ladung Bausätze für Nistkästen bekommen. Foto: Bettina Schroeder
Wie hier die Kita „Geeste-Strolche“ haben zehn Einrichtungen jeweils eine Bollerwagen-Ladung Bausätze für Nistkästen bekommen. Foto: Bettina Schroeder

 

Bremervörde – Um Kinder schon möglichst früh für die Natur und den Artenschutz zu begeistern, setzt die NABU Umweltpyramide zusammen mit neun Kindergärten und der Helga-Leinung-Schule das Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ um. Neben vielen Anregungen und Materialien zur Umweltbildung bekommen die Einrichtungen auch Unterstützung, aktiv etwas für den Naturschutz zu tun. Dank der Förderung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung wurden insgesamt 280 Bausätze für Meisenkästen überreicht, die von den Kindern bis zum nächsten Frühjahr zusammengezimmert und in den eigenen Gärten oder in den Einrichtungen aufgehängt werden können.

 

„Über einen Zeitraum von zwei Jahren erforschen die Kinder die Natur. In vier aufeinander aufbauenden Modulen erleben und begreifen sie viele Zusammenhänge“, berichtet Biologin Bettina Schroeder von der NABU-Umweltpyramide. „Zurzeit beschäftigen sie sich mit der Rolle der Insekten und anderer Krabbeltiere in Nahrungsnetzen und Stoffkreisläufen.“ Insektenfressende Vögel werden mit Ferngläsern beobachtet und die Nahrungsaufnahme anhand von feinen spitzen Pinzetten als „Schnäbel“ nachempfunden. Und was brauchen die Vögel neben der passenden Nahrung noch? Natürlich einen schönen Platz zum Brüten.

 

 

Auch die Kita „Geeste-Strolche“ in Geestenseth macht bei dem Projekt mit. Die Kinder waren gespannt, wofür sich wohl die „NABU-Frau“ ihren großen Bollerwagen ausleihen wollte. Sie machten große Augen, als er bis oben mit Holz gefüllt wurde. „Ihr könnt daraus ganz viele Nistkästen für Vögel bauen,“ kam dann die Erklärung und das wollten die Kleinen auch gerne tun. Stolz und voller Vorfreude wurde der Bollerwagen zurück in die Kita geschoben. Die Kinder dürfen die fertigen Meisenkästen mit nach Hause nehmen und die Fachkräfte zimmern natürlich mit, so dass im nächsten Frühjahr in 250 Gärten, neun Kindergärten und zwei Schulhöfen neue Meisenkästen durch diese Aktion hängen werden.

 


Regenwürmer bei der Arbeit

Kita Ostereistedt erforscht den Kreislauf der Natur

Die Kinder befüllen gemeinsam der Regenwurm-Beobachtungskasten. Foto: Damaris Zipkat
Die Kinder befüllen gemeinsam der Regenwurm-Beobachtungskasten. Foto: Damaris Zipkat

 

Ostereistedt – Wie Regenwürmer arbeiten, was sie zum Leben brauchen und was ihnen besonders gut schmeckt, dies und noch einiges mehr haben die Kinder der Kita Ostereistedt mit Hilfe ihres neuen „Regenwurm-Beobachtungskastens“ aus nächster Nähe erforschen können. Der Beobachtungskasten ist Bestandteil der neuen Materialkiste, die neun Kitas und die Helga-Leinung-Schule im Rahmen des Projektes „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ von der NABU Umweltpyramide bekommen haben.

 

Das von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderte Projekt ist in vier Module aufgebaut und läuft über mehrere Jahre. Nachdem die Kinder zuerst in die Welt der „Krabbeltiere“ eingetaucht sind, wurden sie im zweiten Modul zu „Blumenentdeckern“. Seit einigen Wochen beschäftigen sich die Kinder mit einem dritten Thema: „Wir erforschen nun die Rolle der Kleinsttiere in der Natur, also für wen sind sie Nahrung und was tragen sie zum Stoffkreislauf bei“, erzählt Damaris Zipkat, die in der Kita Ostereistedt das Projekt umsetzt.

 

Der Beobachtungskasten ist schmal und durchsichtig und wurde von den Kindern mit Erde und Sand gefüllt. Dann sind sie auf die große Suche gegangen – fleißig wurde der Boden umgegraben und im Hochbeet der Kita nach Regenwürmern gesucht. Diese wurden dann vorsichtig in den Beobachtungskasten gelegt. Ein wenig Laub und Apfelschale kam als oberste Schicht hinzu, damit die Tiere ein gemütliches neues Zuhause mit genügend Nahrung erhalten. „Es war sehr spannend, den Regenwürmern dabei zusehen können, wie sie den Boden vermischen und die Pflanzenreste fressen,“ berichtet Damaris Zipkat vom Erfolg der Aktion. So sehen und erleben die Kinder, wie wichtig gesunder Boden ist, in dem Regenwürmer leben können – denn sonst würden wir in einem Blättermeer untergehen. Natürlich wurden die Tiere nach einigen Tagen wieder vorsichtig in die Freiheit entlassen.

 

„Die vier Module des Projektes bauen aufeinander auf und lassen die Kinder mit allen Sinnen erleben, wie wichtig Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt ist,“ erklärt Bettina Schroeder von der NABU Umweltpyramide. Die gesammelten Erfahrungen mit den Angeboten in dem Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ werden zu einer Broschüre zusammengefasst und anschließend allen interessierten Kitas zur Verfügung gestellt.


Kinder werden zu Naturbaumeistern

NABU Umweltpyramide fördert Umweltbildung zu Vögeln und Fledermäusen

Auch Vögel, die gerne Körner fressen, füttern ihre Jungen mit Insekten. NABU/Rita Priemer
Auch Vögel, die gerne Körner fressen, füttern ihre Jungen mit Insekten. NABU/Rita Priemer

 

Um Kinder schon möglichst früh für die Natur und den Artenschutz zu begeistern, setzt die NABU Umweltpyramide zusammen mit neun Kindergärten und der Helga-Leinung-Schule das Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ um. Mit altersgerechter Umweltbildung wird bei den Kleinen eine emotionale Grundlage für den achtsamen Umgang mit der Natur geschaffen und ökologische Zusammenhänge begreifbar gemacht. 

 

In dem von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekt entwickelt die NABU Umweltpyramide zahlreiche Aktionen und Natur-Erlebnisspiele, eingeteilt in vier aufeinander aufbauende Themenbereiche. Nachdem der Fokus im ersten Modul auf Krabbeltiere wie Spinnen, Tausendfüßer, Kellerasseln und Insekten, insbesondere die Wildbienen, gelegt wurde, beschäftigten sich die Kinder anschließend mit der heimischen Pflanzenwelt. Als „Blumenentdecker“ erkundeten sie deren Vielfalt und erforschten, wie Tiere und Pflanzen voneinander abhängig sind.

 Nun wurden die Materialkisten für das dritte Modul überreicht. „Wir beschäftigen uns jetzt mit der Rolle der Krabbeltiere in der Natur, also für wen sie Nahrung sind und was sie für den Stoffkreislauf in der Natur beitragen“, erzählt Bettina Schroeder vom NABU. Welche Schnabelform eignet sich zum Aufpicken von Ameisen? Und wie findet eine Fledermaus den Falter im Dunkel der Nacht? „Die Kinder bekommen Ferngläser zur Beobachtung von Vögeln, Werkzeuge wie Seitenschneider, Pinzette sowie Hammer und Meißel zum Vergleich mit Schnabelformen und können in einem von „Blinde Kuh“ abgeleiteten Spiel versuchen, „Beute“ ohne etwas zu sehen zu fangen“, erläutert die Biologin die von ihr empfohlene Umweltbildung.

„Besonders spannend wird es sicher, wenn die Kinder Regenwürmern im Beobachtungskasten dabei zusehen können, wie diese den Boden vermischen und Pflanzenreste fressen“, freut sich Bettina Schroeder auf die Berichte der teilnehmenden Einrichtungen. Die gesammelten Erfahrungen mit den Angeboten in dem Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ werden zu einer Broschüre zusammengefasst und anschließend allen interessierten Kitas zur Verfügung gestellt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projektes ist die Umsetzung von praktischen Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt. Nachdem die Kinder als „Krabbeltierfreunde“ Wildbienen-Niststeine gefertigt und als „Blumenentdecker“ Wildblumenwiesen angelegt haben, werden sie in diesem Modul zu „Naturbaumeistern“, indem sie Nistkästen für Meisen bauen und sie zu Hause oder in der Kita aufhängen.