Kinder werden zu Naturbaumeistern

NABU Umweltpyramide fördert Umweltbildung zu Vögeln und Fledermäusen

Auch Vögel, die gerne Körner fressen, füttern ihre Jungen mit Insekten. NABU/Rita Priemer
Auch Vögel, die gerne Körner fressen, füttern ihre Jungen mit Insekten. NABU/Rita Priemer

 

Um Kinder schon möglichst früh für die Natur und den Artenschutz zu begeistern, setzt die NABU Umweltpyramide zusammen mit neun Kindergärten und der Helga-Leinung-Schule das Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ um. Mit altersgerechter Umweltbildung wird bei den Kleinen eine emotionale Grundlage für den achtsamen Umgang mit der Natur geschaffen und ökologische Zusammenhänge begreifbar gemacht. 

 

In dem von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekt entwickelt die NABU Umweltpyramide zahlreiche Aktionen und Natur-Erlebnisspiele, eingeteilt in vier aufeinander aufbauende Themenbereiche. Nachdem der Fokus im ersten Modul auf Krabbeltiere wie Spinnen, Tausendfüßer, Kellerasseln und Insekten, insbesondere die Wildbienen, gelegt wurde, beschäftigten sich die Kinder anschließend mit der heimischen Pflanzenwelt. Als „Blumenentdecker“ erkundeten sie deren Vielfalt und erforschten, wie Tiere und Pflanzen voneinander abhängig sind.

 Nun wurden die Materialkisten für das dritte Modul überreicht. „Wir beschäftigen uns jetzt mit der Rolle der Krabbeltiere in der Natur, also für wen sie Nahrung sind und was sie für den Stoffkreislauf in der Natur beitragen“, erzählt Bettina Schroeder vom NABU. Welche Schnabelform eignet sich zum Aufpicken von Ameisen? Und wie findet eine Fledermaus den Falter im Dunkel der Nacht? „Die Kinder bekommen Ferngläser zur Beobachtung von Vögeln, Werkzeuge wie Seitenschneider, Pinzette sowie Hammer und Meißel zum Vergleich mit Schnabelformen und können in einem von „Blinde Kuh“ abgeleiteten Spiel versuchen, „Beute“ ohne etwas zu sehen zu fangen“, erläutert die Biologin die von ihr empfohlene Umweltbildung.

„Besonders spannend wird es sicher, wenn die Kinder Regenwürmern im Beobachtungskasten dabei zusehen können, wie diese den Boden vermischen und Pflanzenreste fressen“, freut sich Bettina Schroeder auf die Berichte der teilnehmenden Einrichtungen. Die gesammelten Erfahrungen mit den Angeboten in dem Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ werden zu einer Broschüre zusammengefasst und anschließend allen interessierten Kitas zur Verfügung gestellt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projektes ist die Umsetzung von praktischen Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt. Nachdem die Kinder als „Krabbeltierfreunde“ Wildbienen-Niststeine gefertigt und als „Blumenentdecker“ Wildblumenwiesen angelegt haben, werden sie in diesem Modul zu „Naturbaumeistern“, indem sie Nistkästen für Meisen bauen und sie zu Hause oder in der Kita aufhängen.