In der „Kinderburg“ wird Natur erlebt, erforscht und geschützt

Gnarrenburger Kindertagesstätte startet Kooperation mit NABU Umweltpyramide

Viele schöne Nistkästen für die Gnarrenburger Gärten dank des Einsatzes von Eltern und Kindern. Foto: Bettina Schroeder
Viele schöne Nistkästen für die Gnarrenburger Gärten dank des Einsatzes von Eltern und Kindern. Foto: Bettina Schroeder

In den letzten neun Monaten hat sich die Sternengruppe der Gnarrenburger Kita „Kinderburg“ intensiv mit der Natur und Themen der Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Damit haben sie ausgesprochen erfolgreich das Bewerbungsverfahren für die NABU-Zertifizierung zu „Ersthelferinnen und Ersthelfern für die Vielfalt“ durchlaufen. Demnächst werden die Kinder und ihre Eltern die NABU Umweltpyramide besuchen und dort das entsprechende Zertifikat überreicht bekommen.

 

Insekten, Vögel, Fledermäuse, Wildbienen und Lebensraum Wald – die Kinder haben sich umfangreich mit der Natur beschäftigt. Gesprächskreise, Bewegung- und Fingerspiele, Übungen zu Grob- und Feinmotorik, Lieder und Spiele – die Ideen der Fachkräfte, wie sie die Kinder an die Themen heranführen können, sind vielfältig. Daher fällt es Bettina Schroeder leicht, als Projektleitung der NABU Umweltpyramide die Entscheidung zur Zertifizierung positiv zu treffen. „Eine wichtige Botschaft des Projektes ist, dass man selbst etwas für die Erhaltung der Natur tun kann“, erklärt sie und freut sich, dass die Kita „Kinderburg“ gleich zu Anfang genau hier ansetzt. „Als Start in das Projekt haben die Kinder Obstbeutel genäht, Einkaufstaschen aus ausrangierten T-Shirts geknotet, Lippenbalsam hergestellt, Bienenwachskerzen gegossen und Wachstücher hergestellt, um sie anschließend auf unserem Lichtermarkt zu verkaufen“, erzählt das Team der Sternengruppe. Dabei kamen sie mit den Besuchern auch über die Natur ins Gespräch.

 

Die Kinder haben Insekten aus Salzteig gebastelt, diese mit Krabbeltieren aus dem Garten verglichen und einen Spinnenparcours in der Turnhalle aufgebaut. Wenn Bienen den Nektar aus Blüten trinken, sollten diese nicht mit Blütenblättern gefüllt sein – eine weitere wichtige Erkenntnis, die auf spielerische Weise den Kindern nahegebracht wurde. Auch Erwachsene wurden aktiv: „Jedes Kind hat einen Nistkasten für Blaumeisen gefertigt und durfte ihn mit nach Hause nehmen. Das Holz wurde von einem Elternteil gespendet und auf Maß zugesägt“, stellt das Team die großartige Unterstützung dar. Darüber hinaus konnte noch ein Spatzen- und ein Fledermauskasten für die Kita gebaut werden. Für den Bau von Nisthilfen für Wildbienen wurde Schilf von der Reethdachdeckerei Behrens gespendet.

 

Als nächstes stehen Tränken für Insekten sowie das Anlegen einer Regenwurm-Beobachtungsstation auf dem Plan. Auch eine Übernachtung in der Kita wird mit dem Projekt verbunden, wenn die Kleinen sich in Schlafnischen wie „Kobel“, „Bienenstock“ und „Igelhöhle“ in Eichhörnchen, Bienen und Igel verwandeln werden.

 

Die Abschlussfahrt geht Ende Mai in die NABU Umweltpyramide, hier wird den Kindern auch ein Schild und das NABU-Zertifikat überreicht. „Ich freue mich schon sehr auf den Besuch der ganzen Sternengruppe und deren Eltern“, sagt Bettina Schroeder und möchte sich herzlich bei allen Beteiligten für die großartige Umsetzung des Projektes bedanken.

 


Kita Ringstedt setzt sich für die Artenvielfalt ein

NABU Umweltpyramide verleiht Zertifikat "ErsthelferIn für die Vielfalt"

Bild 1: Christina Dittmer (l.). Natalie Dreier als Leitung und die Kinder bekommen von Bettina Schroeder (m.) das NABU-Zertifikat überreicht. Foto: Zoe Wittke

Bild 2: In Gemeinschaftsarbeit ist ein schöner neuer Bereich für Naturerlebnisse entstanden. Foto: Bettina Schroeder

Ein wichtiges Aufgabenfeld der NABU Umweltpyramide ist die Unterstützung von Kitas und Schulen bei der Entwicklung und Umsetzung von Umweltbildung. Als neues Angebot können sich Kitas darum bewerben, das Zertifikat „Ersthelferin und Ersthelfer für die Vielfalt“ zu erhalten. Dieses basiert auf dem gleichnamigen Leitfaden der NABU Umweltpyramide als Grundlage für Ideen, den Kindern die Natur erlebnisreich und informativ nahezubringen. Zurzeit durchlaufen 10 Kitas das entsprechende Bewerbungsverfahren, das „Ringster Wichtelhus“ in Ringstedt ist eine davon. Nach einem überaus erfolgreichen Start in das Projekt haben die Kinder nun das Zertifikat und ein Schild vom NABU bekommen und dürfen sich „Ersthelferinnen und Ersthelfer für die Vielfalt“ nennen.

 

„Ich werde mit Interesse die Fortsetzung des Projektes begleiten und natürlich meine Unterstützung anbieten, wenn Fragen auftauchen“, freut sich Bettina Schroeder vom NABU auf eine neue langfristige Kooperation. Bei einer Fortbildung haben Fachkräfte der interessierten Kitas einen Einstieg in die Themen gefunden und sich mit „Krabbeltieren“ und Insektenfressern wie Vögel und Fledermäuse beschäftigt. Ein weiterer Fokus lag auf heimischen Wildblumen und ihre Bedeutung für Wildbienen, um letztendlich auch die Vernetzung mit der Ernährung und dem eigenen Handeln zu reflektieren. „Neben unmittelbaren Naturerlebnissen ist insbesondere wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass sie selbst aktiv werden und im Sinne der Natur handeln können“, erklärt Bettina Schroeder, als Biologin verantwortlich für das von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderte Projekt und ist ganz begeistert, mit wie viel Engagement in der Kita Ringstedt genau hier angesetzt wird.

 

„Bereits im vorherigen Jahr hatten die Kinder sehr viel Spaß daran, verschiedene Obst- und Gemüsesorten anzupflanzen und diesen beim Wachsen und Gedeihen zuzusehen“, berichtet Natalie Dreier, Leitung vom „Ringster Wichtelhus“. Von der Fortbildung des NABU brachte Christina Dittmer den Wunsch mit ins Haus, einen Naschgarten und eine Blühwiese anzulegen und hat schnell alle damit angesteckt. Die Idee, an einem Nachmittag gemeinsam mit Kindern und Eltern eine Pflanzaktion zu veranstalten, wurde auf einem Elternabend besprochen und fand auch hier viel Zuspruch. Mittels Sachspenden von den Eltern, des Fördervereins und vereinzelnd von den Arbeitgebern der Eltern, konnte das Projekt jetzt in die Tat umgesetzt werden.

 

Bei der Umsetzung der Ideen haben alle mitgeholfen und für jedes Problem wurde gemeinschaftlich eine Lösung gefunden. Eines bestand darin, dass der Boden zu nährstoffreich war. „Dies fördert Gräser und große Pflanzen und ist keine gute Ausgangslage für eine Wildblumenwiese“, hat Bettina Schroeder zuvor mit Christina Dittmer besprochen. Jedoch gibt es in der Elternschaft Kontakte zur Firma Döscher aus Köhlen, deren Minibagger daher zuerst den Oberboden abgetragen hat. Damit für die Kinder ein Rundweg angelegt werden konnte, wurden Hackschnitzel gespendet und mit Unterstützung der Elternschaft und des Fördervereins kamen viele Pflanzen zusammen.

 

An einem regnerischen Aktionstag pflanzten alle gemeinsam Erdbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren, hinzu kamen noch ein kleiner Apfel- und ein kleiner Kirschbaum. Die Kinder haben anschließend Blumen ausgesät, die Saat mit bunten Flatterbändern vor Vögeln geschützt und in Pflanzsäcke Kartoffeln gesetzt. „Auch Kräuter fehlen nicht, so dass es viele Möglichkeiten für Naturbegegnungen geben wird“, erzählen Christina Dittmer und Natalie Dreier. Nachdem die Blüten den Insekten Nektar gespendet haben, können die Kinder einige Zeit später die Früchte naschen. Blühende Kräuter nähren ebenfalls Insekten, die Blätter werden in der Küche Verwendung finden. Baumscheiben in der Wildblumenwiese sorgen dafür, dass die Kinder später die Wiese betreten und Insekten beobachten können. Das gesamte Team vom „Ringster Wichtelhus“ bedankt sich herzlich bei allen Unterstützern!

 


Waldkindergarten Zeven erhält NABU-Zertifikat

Kooperation mit NABU Umweltpyramide regt zu Entdeckertouren an

„Der Waldkindergarten Zeven freut sich über eine Zertifizierung für seine Umweltbildung durch die NABU Umweltpyramide, v. l.: Bettina Schroeder (NABU), Lena Fitschen, Jana Konrad, Fachdienstleiter Sebastian Kluge (Samtgemeindeverw. Zeven).“ © Kita Zeven
„Der Waldkindergarten Zeven freut sich über eine Zertifizierung für seine Umweltbildung durch die NABU Umweltpyramide, v. l.: Bettina Schroeder (NABU), Lena Fitschen, Jana Konrad, Fachdienstleiter Sebastian Kluge (Samtgemeindeverw. Zeven).“ © Kita Zeven

Für Kindergartenkinder können sich zahllose Möglichkeiten bieten, die Natur spielerisch zu erkunden. Damit in Kitas ein Fokus auf Umweltbildung gelegt wird und den Kleinsten viele Naturerlebnisse ermöglicht werden, hat die NABU Umweltpyramide ein Zertifizierungsverfahren gestartet. An dem neuen Angebot für Kindergärten und -tagesstätten, eine langfristige Kooperation mit der NABU Umweltpyramide aufzubauen, nehmen inzwischen zehn Einrichtungen teil. Deren Fachkräfte tauschen sich regelmäßig mit Biologin Bettina Schroeder über ihre Aktivitäten aus. Tipps und Anregungen finden sie zusätzlich im Leitfaden „ErsthelferIn für die Vielfalt“ des Umweltbildungszentrums.

 

Auch der Waldkindergarten Zeven hat sich beim NABU um ein Zertifikat beworben. Täglich werden spontane Naturerlebnisse von Jana Konrad als Leitung und Erzieherin Lena Fitschen bewusst aufgegriffen und vertieft, oftmals regen die Kinder auch selbst zum weiteren Forschen an.

 

 Weitere Informationen finden Sie unter Umweltbildungsprojekte

 

 


Wegen der hohen Nachfrage: Zwei Kurse Obstbaumschnitt

Sonntag, 18. Februar und Sonntag, 17. März 2024 von 10 - 15 Uhr

Nach einem ausführlichen theoretischen Teil und einem gemeinsamen Mittagessen geht es auf eine Streuobstwiese, jeweils in Bremervörde und in Selsingen. Dort wird das Gelernte gleich in die Tat umgesetzt. Auf diese Weise bekommen Sie Übung und Sicherheit und die Wiesen werden gepflegt.

 

Gerne können Sie sich jetzt schon unter 04761-71330 anmelden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

 

Kosten: 45,- € / Person einschl. warmes Mittagessen und Getränke (NABU-Mitglieder ermäßigt)


„Geestekinder“ engagieren sich für die Artenvielfalt

Projekt "Mit dem NABU Brücken bauen"wird erfolgreich fortgesetzt

Bild 1: Viele kleine Hände streuen Wildblumensaat aus; Bild 2: Wildbienen-Nisthilfen; Fotos: Evangel. Kita Geestekinder in Hipstedt

Ein wichtiges Aufgabenfeld der NABU Umweltpyramide ist die Unterstützung von Kitas und Schulen bei der Entwicklung und Umsetzung von erlebnisreicher Umweltbildung. Um eine langfristige Zusammenarbeit aufzubauen, hat Bettina Schroeder, als Biologin in der Bildungseinrichtung tätig, im letzten Jahr die Möglichkeit einer Zertifizierung für Kitas entwickelt. Das entsprechende Bewerbungsverfahren durchlaufen aktuell 10 Kitas aus den Landkreisen Rotenburg und Cuxhaven, eine davon ist die evangelische Kindertagesstätte „Geestekinder“ in Hipstedt.

 

„Neben unmittelbaren Naturerlebnissen ist insbesondere das Gefühl, selbst aktiv werden und im Sinne der Natur handeln zu können, wichtig, um langfristig eine Förderung des Umweltbewusstseins zu bewirken“, erklärt Bettina Schroeder. Bei einem Workshop haben interessierte Fachkräfte einen Einstieg in die Themen gefunden und sich mit „Krabbeltieren“, heimischen Blumen und Insektenfressern wie Vögel und Fledermäuse beschäftigt, um letztendlich auch die Vernetzung mit unserer Ernährung und unserem eigenen Handeln zu reflektieren.

 

Anschließend hat Bettina Schroeder sämtliche interessierten Kitas besucht und zusammen mit den Fachkräften Ideen zur individuellen Umsetzung gesammelt. Und während einige noch ein wenig überlegen, haben andere schon begonnen: Die Kinder der evangelischen Kita „Geestekinder“ in Hipstedt hatten bereits viel Freude bei verschiedenen Aktivitäten zur Artenvielfalt. „Gemeinsam mit den Kindern haben wir Bienenhäuser gebastelt, Blumenwiesen angelegt und ein Igelhaus gebaut“, erzählt Britta Hax als Leitung der Kita. „Ich bin beeindruckt, was in dieser Kita schon alles umgesetzt worden ist“, freut sich Bettina Schroeder, als sie das Foto von den Kindern sieht, die gemeinschaftlich Wildblumensaat ausgebracht haben. In die „Bienenhäuser“ werden im Frühjahr Wildbienen ihre Eier ablegen, da ist sich Bettina Schroeder sicher: „Die Kinder haben alles richtig gemacht – von den länglichen Hohlräumen als Nistplätze bis zu dem sonnigen, aber regengeschützten Platz, den sie sich zum Aufhängen ausgesucht haben - und als passende Nahrung werden die Wildblumen blühen.“

 

„Ich habe mein Projekt „Mit dem NABU Brücken bauen“ genannt, denn Naturerlebnisse wie hier mit der Insektenwelt und passende Aktionen dazu können in der Grundschule fortgesetzt werden“, berichtet Bettina Schroeder von der Möglichkeit, auch als Schule eine Kooperation mit der NABU Umweltpyramide aufzubauen. So wurden in einem weiteren Projekt schulische Lehreinheiten entwickelt, als neues Angebot für Lehrkräfte, die mit ihrer Klasse ein passendes Seminar in der NABU Umweltpyramide besuchen möchten. Beide Projekte werden von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert, die ersten Zertifizierungen werden in diesem Jahr im April und Mai erfolgen.