NABU-Leitfaden für Umweltbildung liegt für Interessierte bereit

Erprobte Aktionsideen werden allen interessierten Einrichtungen angeboten

In dem von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ haben sich neun Kindergärten und drei Klassen der Helga-Leinung-Schule ausgiebig mit der Natur beschäftigt. Die Kinder bekamen viele Möglichkeiten, zu forschen, zu entdecken und den Geheimnissen der Natur auf den Grund zu gehen. Sie erhielten die Ideen und die für die Umsetzung benötigten Materialien von der NABU Umweltpyramide.

 

 „In den letzten zweieinhalb Jahren fertigten die Kinder Niststeine für Wildbienen, legten Wildblumenwiesen und bunte Beete an und bauten Vogelkästen“, berichtet Bettina Schroeder, pädagogische Leitung des Projektes. Gleichzeitig beschäftigten sie sich mit Krabbeltieren, mit der Vielfalt der heimischen Blumenwelt und mit der Vernetzung innerhalb der Arten. Als „Ernährungsforscherinnen und -forscher“ entdeckten sie schließlich, dass auch ihre Ernährung von der Natur abhängig ist. Das Projekt endete für die Kitas und die Helga-Leinung-Schule mit dem Befüllen von großen Wildbienen-Nisthilfen, die dann in der Nähe der neuen Blühflächen aufgestellt wurden.

 

 „Die Kinder spüren, dass sie Einfluss darauf haben, wie es der Natur geht. Ganz wichtig ist, ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie selbst aktiv werden und im Sinne der Natur handeln können“, erklärt Bettina Schroeder die Schwerpunkte in ihrem langjährigen Projekt. Ob die entwickelten Ideen auch tatsächlich in Kitas umzusetzen sind, erprobten die zehn Kooperationspartner. Nach vielen Gesprächen, Workshops und gemeinsamen Aktionen wurden die Ergebnisse zu einem umfangreichen Leitfaden zusammengetragen.

 

Insgesamt blicken alle Beteiligten auf ereignisreiche Jahre zurück. Alle Materialien verbleiben in den Einrichtungen, so dass die vier Module „Krabbeltierfreund“, „Blumenentdecker“, „Naturbaumeister“ und „Ernährungsforscher“ auch weiterhin eigenständig umgesetzt werden können. Darüber hinaus ermöglicht der neue Leitfaden nun allen interessierten Kitas, die Inhalte nachzuahmen. „Dank der Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung können wir diesen Leitfaden an alle Kitas im Landkreis Rotenburg (Wümme) kostenfrei versenden“, freut sich Bettina Schroeder. Weitere interessierte Einrichtungen können sich bei der NABU Umweltpyramide unter info@NABU-Umweltpyramide.de melden.


Obstbaumschnitt

Seminar über fachgerechten Obstbaumschnitt am 20. November

Nach drei Jahren können wir wieder eines unserer beliebtesten Seminare anbieten: Biogärtner Torsten Brunkhorst erklärt in Theorie und Praxis, wie Obstbäume richtig geschnitten werden.

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Weitere Informationen finden Sie unter Veranstaltungen.


NABU bringt Umweltbildung in Schulen

NABU Umweltpyramide beschreitet mit Schulprojekt neue Wege

Bider 1-5,8,9 Meike Rüdiger / 6,7 Anna-Maria Junclaus

 

Neben einem Besucherzentrum für Familien ist die NABU Umweltpyramide insbesondere ein außerschulischer Lernort, den zahlreiche Schulklassen zu verschiedenen Umweltthemen besuchen. Die entsprechenden Seminare sind wichtige Impulse, um Kinder für die Natur zu begeistern. „Mit meinem neuen Projekt "Umweltbildung querbeet – Impulse auf Grundschule erweitern" möchte ich die Wirkung unserer Seminare nachhaltiger gestalten“, berichtet Bettina Schroeder, Biologin und pädagogische Mitarbeiterin der NABU Umweltpyramide. Rund um vier bewährte Seminare der NABU Umweltpyramide hat sie neue Lehreinheiten entwickelt, fächerübergreifend und passend für den vor- und nachbereitenden Unterricht in der Schule. „Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert dieses Projekt über zweieinhalb Jahre, und das Kollegium der Grundschule Engeo in Bremervörde unterstützt mich engagiert“, freut sich Bettina Schroeder über das Interesse, auf das ihre neue Projektidee gestoßen ist.

Sie kann auf 30 Jahre Umweltbildung in der NABU Umweltpyramide zurückblicken. „Das ist ein großer Schatz an Erfahrungen, den ich gerne an Schulen weitergeben möchte“, so die Biologin. Damit die spätere Umsetzung für die Schulen möglichst effizient, also mit so wenig Vorbereitung wie möglich, durchzuführen ist, hat sie sich den Schulalltag genau angeschaut. „Die letzten Monate durfte ich intensiv an der Grundschule Engeo hospitieren und habe so Einblicke in Bildungsarbeit bekommen, die mir sonst nie möglich waren“, ist die Biologin von der Unterstützung der Schule begeistert.

Um dem Kollegium wiederum die Arbeit der NABU Umweltpyramide vorzustellen, wurden die Lehrkräfte nun im Gegenzug zu einem Workshop vor Ort eingeladen. Alle Seminare sind im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gestaltet, handlungsorientiert und erlebnisreich, dies durften die Lehrkräfte selbst ausprobieren. Sie haben die Lebewesen der Teiche erforscht, Getreide gedroschen und mit Muskelkraft gemahlen sowie die Natur mit Erlebnisspielen reflektiert. Im Lehmbackofen, den das Team der NABU Umweltpyramide für ein neues Seminarkonzept im letzten Jahr gebaut hat, wurde zum Abschluss des Workshops gemeinschaftlich leckere Pizza gebacken.

 

Nun sind alle Beteiligten gespannt auf die nächsten Monate, in denen die Lehreinheiten an der Grundschule Engeo praktisch erprobt werden. „Aus dem Projekt heraus wird später jede Schule, die Umweltbildungsseminare an der NABU Umweltpyramide bucht, diese erprobten und evaluierten Unterrichtseinheiten zur Verfügung gestellt bekommen“, berichtet Bettina Schroeder von dem großen Ziel, das sie mit ihrem neuen Projekt verfolgt.

 


St. Viti-Gemeinde betreibt Artenschutz im Kirchturm

Sichere Nistplätze für Dohlen unter Erhalt der Einflugmöglichkeiten für Fledermäuse

Mit großem Engagement hat die St.-Viti-Gemeinde in Zeven, mit Unterstützung der NABU Umweltpyramide, ihren Kirchturm artenschutzkonform für Dohlen und Fledermäuse hergerichtet. Auch der Denkmalschutz kam dabei nicht zu kurz. Mit finanzieller Förderung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung haben Ehrenamtler und Fachkräfte gemeinschaftlich das Projekt „St.-Viti – Artenschutz im Kirchturm“ erfolgreich umgesetzt.

 

Die St. Viti-Kirche in Zeven im Landkreis Rotenburg (Wümme) wurde Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut. Der Kirchturm ist im oberen Bereich ein Rundturm, der unterhalb der Turmkuppel sieben Koppelfenster als Klangarkaden für die beiden großen Kirchturmglocken hat. Deren vergitterte Fensternischen werden schon lange von Dohlen als Nistplätze und von Fledermäusen als Einflugöffnungen zu ihren Schlafplätzen genutzt. Auch Tauben finden diese Nistmöglichkeit attraktiv. „Nicht selten haben Vögel Lücken in der Vergitterung aufgespürt und sind ins Innere des Turms eingedrungen. Sie hinterließen Dreck und Kot, auch auf den Glocken. Oft ist auch das Nistmaterial in den Turm hineingefallen. Es musste dringend etwas geändert werden“, berichtet Markus Scheel – er hat sich von Seiten der Kirchengemeinde mit viel Einsatz um die Angelegenheit gekümmert.

 

Um das Anliegen artenschutzfachlich korrekt umzusetzen, wandte sich die St. Viti-Gemeinde an die NABU Umweltpyramide in Bremervörde. „Wir möchten nachhaltige und artenschutzkonforme Nistmöglichkeiten für Dohlen schaffen und dabei die Einflugmöglichkeit für Fledermäuse im Kirchturm erhalten“, berichtet Markus Scheel. Dabei musste neben dem Artenschutz auch der Denkmalschutz berücksichtigt werden – das Äußere der Kirche durfte also nicht verändert werden. Und noch etwas war wichtig, so Pastor Martin Knapmeyer: „Die Fenster dürfen nicht verschlossen werden, damit weiterhin eine Schallöffnung für das Glockengeläut vorhanden ist.“

 

Die verwinkelte Bauweise des Turms war die nächste große Herausforderung. So führte keine Weg daran vorbei, den Rückbau der vorhandenen Gitter und den Abtransport des Nistmaterials von außen, mit Hilfe eines Hubsteigers, vorzunehmen. „Nachdem wir sahen, wie anspruchsvoll die Umsetzung wird, haben wir einen Antrag an die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung gestellt. Sie hat uns die finanzielle Förderung des Projektes gerne zugesagt“, berichtet Scheel über die offenen Ohren, die sein Anliegen bei allen Beteiligten fand.

 

Ein Konzept wurde geschrieben. Hans-Hermann Tiedemann vom NABU baute Nistkästen für Dohlen. Ein Hubsteiger wurde organisiert und ehrenamtliche Helfer mobilisiert. In einer Großaktion wurden die Gitter, vorhandenes Drahtgeflecht und das angesammelte, alte und verdreckte Nistmaterial entfernt. Anschließend wurden eine sichere Absperrung gegen eindringende Vögel, die neuen Nistkästen für Dohlen und geeignete Einflugöffnungen für Fledermäuse angebracht. Die verwinkelte Bauweise der Dachkonstruktion und des Glockengebälks, das die Fenster zum Teil verdeckt, erforderte eine individuelle Lösung für jedes Fenster, so dass die Abschlussarbeiten durch den NABU noch einige Tage in Anspruch nahmen.

 

Doch nun kann sich der neue, alte Kirchturm auch von innen wieder sehen lassen. „Davon hat sich schon die erste Kindergruppe während einer Turmführung überzeugen können“, freut sich Pastor Knapmeyer über das gelungene Projekt.

 

Fotos: Martin Knapmeyer

 


Junge Leute im Einsatz für die Natur

FÖJ in der NABU Umweltpyramide

FÖJlerinnen im Einsatz für den Wiesenvogelschutz des NABU.  Foto: Simone Kasnitz
FÖJlerinnen im Einsatz für den Wiesenvogelschutz des NABU. Foto: Simone Kasnitz

Nach der Schule sofort ins Berufsleben oder auf die Uni? Viele junge Menschen nehmen sich lieber eine Auszeit, um sich zu orientieren. Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) in der NABU Umweltpyramide in Bremervörde ist dafür genau richtig. Hier wird den Freiwilligen im Alter von 18 bis 26 eine vielseitiges Beschäftigungsangebot im Bereich des Natur- und Umweltschutzes geboten. Von der Arbeit mit Kindern oder Erwachsenengruppen über den Einsatz im Naturgarten bis hin zur Biotoppflege. Das FÖJ wird in Kooperation mit der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA), Schneverdingen, durchgeführt. Wer sich für ein FÖJ in der NABU-Umweltpyramide interessiert, kann sich jetzt bei der NABU Umweltpyramide bewerben.

 

Durch die Pandemie hat das FÖJ dreieinhalb Jahre pausiert und nun soll es wieder einen Neustart geben. Allerdings ist diesmal das FÖJ auf ein halbes Jahr begrenzt, da es erst Anfang 2023 beginnen kann. Die Aufgaben der FÖJler sind vielfältig. In der Hauptsaison der NABU Umweltpyramide (März bis Juli) finden, so Corona es will, Umweltbildungsveranstaltungen statt. Außerdem sind die jungen Leute an NABU Projekten beteiligt, wie zum Beispiel im Wiesenvogelschutzprojekt, in dem die Nester vom Großen Brachvogel und Kiebitz gesucht und eingezäunt werden. Aber genauso wichtig ist die Pflege des 7500m² großen Außengeländes der NABU Umweltpyramide. Weitere NABU-Aktionen wie Krötenzäune auf- oder abbauen bzw. kontrollieren und die Anlage von Blühflächen sowie der Bau und das Aufstellen von Insektennisthilfen können ebenso zum Aufgabenbereich gehören. Durch die Kooperation mit der Ökologischen Station (ÖNSOR) wird das Aufgabenfeld noch erweitert, beispielsweise durch die Erfassung von Tier- und Pflanzenarten sowie Begleitung und Durchführung von Pflegeeinsätzen. Die FÖJler bekommen außerdem Einblicke in die Schutzgebietsbetreuung.

 

Die Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz beteilig sich am FÖJ mit mehreren Seminaren, die jeweils eine Woche dauern, bei denen junge Leute aus den unterschiedlichsten Regionen zusammenkommen und ausgewählte ökologische Themen näher behandeln. Weitere Informationen zum FÖJ und dem Bewerbungsverfahren gibt es bei der NABU Umweltpyramide unter der Telefonnummer 04761-71330 oder hier.

 

„Es erwartet den Freiwilligen ein abwechslungsreiches Aufgabenfeld. Eigeninitiative, Einsatzwillen und Führerschein sind dafür die besten Voraussetzungen“, fasst die Simone Kasnitz, stellvertretende Leiterin der NABU Umweltpyramide den Freiwilligeneinsatz zusammen.

 


Neue Krabbeltierfreunde wachsen heran

Damaris Zipkat vor einem imposanten Spinnennetz.  Foto: Bettina Schreoder
Damaris Zipkat vor einem imposanten Spinnennetz. Foto: Bettina Schreoder

In dem von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ haben sich neun Kindergärten und drei Klassen der Helga-Leinung-Schule ausgiebig mit der Artenvielfalt in der Natur beschäftigt. Die Kinder erforschten die Zusammenhänge zwischen Insektenvielfalt, Wildblumen, Nahrungsnetzen und ihrer eigenen Ernährung mit abwechslungsreichen Aktionen und Spielen. Sie erhielten die Ideen und die für die Umsetzung benötigten Materialien von Bettina Schroeder, Biologin und Mitarbeiterin der NABU Umweltpyramide.

 

Im Laufe der letzten dreieinhalb Jahre bekamen die Fachkräfte Workshops und exklusive Broschüren mit Anleitungen zum Spielen und Entdecken, um den Geheimnissen der Natur auf den Grund zu gehen. Mit Lupen, Keschern, Naturbüchern, Ferngläsern und weiterem vielfältigen Forscher- und Bastelmaterial gepackte Themenkisten sowie eine große Auswahl an Kräutern und Naschpflanzen wurden nacheinander vom NABU überreicht. Sie unterstützten das Projekt und erleichterten den Fachkräften die Umsetzung.

 

„Ganz wichtig war, dass die Kinder selbst aktiv werden konnten, um so zu merken, dass das eigene Handeln etwas bewirkt. Die dadurch geförderten Kompetenzen entsprechen den Zielen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“, betont Bettina Schroeder. „Die Kinder fertigten Niststeine für Wildbienen, legten Wildblumenwiesen und bunte Beete an und bauten Vogelkästen. Das Projekt endete für die Kitas und der Helga-Leinung-Schule mit dem

Befüllen von großen Wildbienen-Nisthilfen, die dann in der Nähe der neuen Blühflächen aufgestellt wurden.“

 

Insgesamt blicken alle Beteiligten auf ereignisreiche Jahre zurück. Viele der kleinen Ersthelferinnen und Ersthelfer sind inzwischen in der Schule. Alle Materialien verbleiben jedoch in den Einrichtungen, so dass die vier Module „Krabbeltierfreund“, „Blumenentdecker“, „Naturbaumeister“ und „Ernährungsforscher“ auch weiterhin eigenständig von den Fachkräften umgesetzt werden können. In der Kita „Mäusehaus“ in Ostereistedt hat sich beispielsweise eine NABU-Gruppe etabliert, deren neue Kinder jetzt wieder mit dem Thema Krabbeltiere starten. Damaris Zipkat und Alexandra Schiefke rufen die Kinder regelmäßig zu Aktionen rund um Insekten, Spinnen und weiteren Tieren zusammen. „Ein großes Netz, in dem es vor Spinnen wimmelt, mitten im Flur, dies nimmt den Kindern die Berührungsängste vor diesen doch nicht immer beliebten Tieren“, ist Bettina Schroeder von der weiterhin sehr engagierten Umsetzung begeistert.

 

Aus dem Projekt heraus wurde ein Leitfaden entwickelt, der nun allen interessierten Kitas das Nachahmen ermöglichen soll. „Dank der Förderung durch die Niedersächsische BingoUmweltstiftung werden die Kitas im Landkreis Rotenburg (W.) je ein Exemplar kostenfrei erhalten“, freut sich Bettina Schroeder. Weitere interessierte Einrichtungen können sich melden unter B.Schroeder@NABU-Umweltpyramide.de.


Jetzt Igelburgen bauen und Futterstellen einrichten

Für die Igel heißt es derzeit „Futtern was das Zeug hält“. Denn bis die Temperaturen dauerhaft um dem Gefrierpunkt liegen und sich die Tiere zum Winterschlaf zurückziehen, fressen sie sich bei frühlingshaften Wintertemperaturen noch den notwendigen Fettvorrat an. Auf der Suche nach Nahrung überqueren die stacheligen Gartenbewohner dabei vor allem in den Abendstunden hin und wieder auch Straßen, die für sie oft zur tödlichen Falle werden. Daher ist jetzt eine gute Zeit, den beliebten Tieren im heimischen Garten zu helfen und ihnen ausreichend Unterschlupf und Nahrung zu bieten. 

 

Der NABU gibt Naturfreunden Tipps, wie sie einfache Igelburgen anlegen und die Tiere durch richtige Zufütterung unterstützen können. So überstehen die Igel sicher und gut gerüstet die kältere Winterzeit.

Grundsätzlich gilt: Wer einen Igel findet, sollte ihn auf keinen Fall anfassen. „Die derzeit scheinbar umherirrenden Tiere befinden sich intensiv auf Nahrungssuche, um sich noch rechtzeitig ausreichend Winterspeck anzufressen“, erklärt Martina Junge, Mitarbeiterin der NABU Umweltpyramide. Naturfreunde können den niedlichen und nützlichen Gartenbewohnern helfen, indem sie eine Tränke und eine Futterstelle aufstellen und die Igel so bei der Nahrungssuche unterstützen. Oft kommen die Tiere regelmäßig abends zu bekannten Futterstellen. Für den Futterteller eignet sich ein Gemisch aus Katzenfutter, Igeltrockenfutter und ungewürztem Rührei. „Auf keinen Fall sollten Speisereste oder Obst gefüttert werden, auch Milch vertragen Igel absolut nicht“, warnt Martina Junge. Um Krankheiten zu vermeiden, müssen Futterreste täglich entfernt und das Wasser erneuert werden. Doch auch vor Mitfressern oder Regen sollte das Futter geschützt sein.

 

Die beste Igelhilfe ist ein naturnah gestalteter Garten, denn dort finden sie genügend Käfer, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen. Schon eine verwilderte Ecke kann ausreichen, um einen kleinen Igellebensraum zu schaffen. Vor allem Laub-, Reisig- und Totholzhaufen bieten Igeln willkommenen Unterschlupf. Doch auch künstliche Verstecke werden jederzeit gerne angenommen, und das nicht nur für den Winterschlaf. Die sogenannten Igelburgen können ohne großen Aufwand selbst gebaut werden oder sind in unterschiedlichsten Ausführungen auch im Fachhandel erhältlich.

 

Informationen zum Igel erhalten Sie auch im Internet unter www.NABU.de. 

 

Foto: NABU/Roger Cornitzius


Geeste-Strolche bauen neues Kräuterbeet

Die NABU Umweltpyramide hat in dem langjährigen Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ Aktionen und Spiele rund um die Artenvielfalt in der Natur entwickelt. Im Laufe von zweieinhalb Jahren wurden diese in neun Kitas und der Helga-Leinung-Schule erprobt und evaluiert. Nachdem die Kinder die Welt der Krabbeltiere und der bunten Blumen erforscht und dabei entdeckt haben, dass vieles miteinander verbunden ist, ging es anschließend darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, dass wir auch wegen unserer Ernährung achtsam mit der Natur umgehen müssen.

 

„Dank der Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung konnten die Einrichtungen Wunschzettel für Naschpflanzen an mich abgeben“, berichtet Bettina Schroeder, die das Projekt für die NABU Umweltpyramide umgesetzt hat. Neben Johannisbeer- und Heidelbeersträuchern, Himbeer- und Erdbeerpflanzen wünschten sich so gut wie alle Fachkräfte Kräuter. So auch die Kita „Geeste-Strolche“ in Geestenseth, deren Kinder nun eifrig Schnittlauch, Thymian, Oregano, Minze, Melisse und noch einiges mehr einpflanzen konnten.

Um den empfindlichen Pflanzen einen geschützten Rahmen zu geben, haben die Kinder ein leicht erhöhtes Beet gebaut. Eifrig haben sie Steine geschichtet und die Erde eingefüllt. Dann wurden die Pflanzen eingesetzt. „Die Kinder werden alles gut pflegen und sicher einige Rezepte mit neuen Geschmackserlebnissen ausprobieren“, ist Bettina Schroeder überzeugt.

 

Jetzt hat die letzte Phase des Projektes begonnen, die vielfältigen Erfahrungen der letzten Jahre werden von Bettina Schroeder in einem Leitfaden zur Nachahmung zusammengestellt. „Jede Kita hat ihre eigene pädagogische Ausrichtung, sie haben unterschiedliche Außengelände und verschiedene zeitliche und personelle Möglichkeiten“, berichtet die Biologin. Es zeigte sich während der Erprobung, dass die Umsetzung sehr individuell erfolgen und das Projekt in jede teilnehmende Kita integriert werden konnte. „Die unterschiedlichen Herangehensweisen werden in meinem Leitfaden dargestellt, so dass nachfolgende Kitas viele Anregungen für die Entwicklung der für sie passenden Möglichkeit erhalten.“

 

Und noch etwas möchte sie betonen: „Es freut mich besonders, dass wir diesen Leitfaden dank der Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung allen Kitas im Landkreis Rotenburg kostenlos zur Verfügung stellen können. So wird das Projekt dazu beitragen, dass viele begeisterte Naturschützerinnen und Naturschützer heranwachsen.“

 

Foto: "Die Geeste-Strolche sind stolz auf ihr neues Kräuterbeet." / Mareike Steffens

 


Der Herbstzug der Kraniche beginnt

 

Die Ersten sind schon da – viele Tausend werden noch folgen: Der Herbstzug der Kraniche hat begonnen. Nach und nach werden sich immer mehr Kraniche im Teufelsmoor einfinden, um hier ihre Rast vor dem Weiterflug in die Überwinterungsgebiete einzulegen. In dieser Zeit geht’s nur ums Fressen: Fettreserven aufbauen für den kräftezehrenden Weiterflug.

 

„Für die Kraniche beginnt jetzt die Urlaubssaison und sie wollen gemeinsam in die Ferien fliegen“, sagt Bettina Schroeder von der NABU Umweltpyramide humorvoll. Eine wunderbare Gelegenheit, die sonst so scheuen Einzelgänger zu beobachten. Um die Tiere bei ihrem Zwischenstopp nicht unnötig zu stören und trotzdem ein naturverträgliches Kranich-Erleben zu ermöglichen, hält der NABU auch in diesem Jahr Führungen unter fachkundiger Leitung bereit.

 

Die beliebten Planwagenfahrten werden allerdings auch in diesem Jahr nicht stattfinden. „Die Kraniche sind Experten, was die Wettervorhersage angeht“, weiß Bettina Schroeder zu berichten. „Aber was dieser Herbst für Corona-Auswirkungen für uns bereithält, weiß leider keiner.“ Um möglichst flexibel zu sein, werden daher ausschließlich geführte Wanderungen angeboten, unter fachkundiger Leitung und mit unterschiedlicher Streckenführung. Wie in den vergangenen Jahren werden diese Kranichführungen in Kooperation mit der Gäste- und Naturführerin Frauke Klemme durchgeführt. „Eine erfolgreiche Kooperation, die dieses Jahr ihr 10jähriges Jubiläum feiert!“, freut sich Bettina Schroeder.

 

Auskünfte zu den Terminen und Veranstaltungen sowie die Anmeldungen laufen über Frauke Klemme, Tel. 04763 - 6280180 und Email: anfrage@frauke-klemme.de. Weitere Informationen können darüber hinaus auch von der NABU Umweltpyramide unter info@nabu-umweltpyramide.de erteilt werden.

 

Für alle Kranich-Fans, die ohne Führung die scheuen Tiere beobachten möchten, hat die Gästeführerin noch einen Tipp: „Wenn die Kraniche hier sind, dann sind sie „urlaubsreif““, scherzt Frauke Klemme. „Wer ist da nicht schnell genervt, wenn er bedrängt wird?“ Die Vögel sind äußerst scheu und haben eine große Fluchtdistanz. Die beste Möglichkeit zur Beobachtung besteht, wenn die Tiere sich nicht gestört fühlen. Verhalten Sie sich ruhig, halten Sie einen Mindestabstand von 300 Metern, steigen Sie nicht aus dem Auto aus! Dann bestehen gute Chancen, die Tiere möglichst lange zu beobachten.

 

Foto: Kraniche am Abendhimmel - jedes Jahr ein beeindruckendes Naturerlebnis. NABU/Tom Dove

 


Wiesenvogelprojekt für weitere 10 Jahre gesichert

Als 2011 ein Projekt zum Schutz des Großen Brachvogels über den NABU Bremervörde – Zeven startete, ahnte wohl niemand, wie erfolgreich es werden wird. Damals umfasste es 2000 ha im Norden des Landkreises Rotenburg (Wümme) und wurde unter dem Namen „Langer Schnabel im feuchten Grün“ von der Niedersächsischen Bingo Umweltstiftung gefördert.

 

Die Leitung und Koordination liegt seitdem bei der NABU Umweltpyramide, unterstützt von engagierten Ehrenamtlichen. 2013 hat die Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg (Wümme) die Finanzierung des Schutzprojektes übernommen, außerdem wurde der Kiebitz als zweite Leitart eingeführt. Das Projekt wurde zunächst auf den gesamten Landkreis ausgeweitet, durch eine flächendeckende Erfassung der Brachvogel- und Kiebitzbestände wurden dann 5 Schwerpunktgebiete für die Wiesenvögel herausgearbeitet.

 

Nun kam Anfang Juni die erfreuliche Nachricht: Die Finanzierung des Wiesenvogelschutzprojektes wird vom Landkreis Rotenburg (Wümme), koordiniert durch die Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg (Wümme), um weitere 10 Jahre gesichert! „Das ist ein wahnsinniger Erfolg, der nur Dank aller Akteure in diesem Projekt möglich ist“, freut sich Simone Kasnitz, Projektleiterin der NABU Umweltpyramide. „Ehrenamtliche NABU Mitglieder, Landwirte, Jäger, die Stiftung Naturschutz und der Landkreis ROW haben und werden auch weiter gemeinschaftlich alles für die Wiesenvögel tun, damit sie in unserer heuten Landschaft noch eine Zukunft haben“, so Simone Kasnitz weiter.

 

Anerkennung gab es aber nicht nur von Seiten des Landkreises, auch der NABU Bremervörde – Zeven hat seine im Wiesenvogelschutz aktiven NABU-Mitglieder geehrt. Neben der finanziellen Unterstützung sind es besonders die Ehrenamtlichen des NABU, die den Erfolg dieses Projektes ermöglichen. Die Jahreshauptversammlung war der passende Rahmen, Detlef Ertel, Bärbel Brandt und Hans-Jürgen Wedemeyer stellvertretend für alle NABU-Aktiven im Projekt zu ehren. Zusätzlich hat der NABU Bremervörde-Zeven die Kosten für ein kleines Dankeschön an die Landwirte, die in diesem Projekt aktiv mitwirken, übernommen. „In den nächsten Tagen bekommen alle Landwirte eine Tasse mit dem Motiv ihres Schützlings von mir überreicht,“ erzählt Simone Kasnitz begeistert weiter.

 

„Nun geht langsam die Saison 2022 für die Wiesenvögel vorbei, die ersten Trupps sammeln sich und alle Küken sind geschlüpft. Neben der Trockenheit im Mai, der frühen Mahd und dem Druck der Beutegreifer, kann auf eine spannende Saison zurückgeschaut werden und wir hoffen, dass wir einige Küken in den nächsten Jahren bei uns im Landkreis wiedersehen werden,“ berichtet Kasnitz noch zum Schluss. „Danke an alle Mitwirkenden für dieses großartige Projekt.“

 

Wer Interesse daran hat auch im nächsten Jahr mitzuwirken, kann sich gern an die NABU Umweltpyramide – Simone Kasnitz – unter s.kasnitz@NABU-Umweltpyramide.de wenden.

 

 

Bild 1: „Junge Brachvögel sind Nestflüchter und suchen gleich nach dem Schlupf Deckung.“
© Simone Kasnitz

Bild 2: „Als kleine Anerkennung für die großartige Arbeit wird Simone Kasnitz Motivtassen überreichen“
© Bettina Schroeder

 


Wildbienen-Nisthilfen als Projektabschluss

In dem von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekt „Ersthelfer*in für die Vielfalt“ haben sich neun Kindergärten und drei Klassen der Helga-Leinung-Schule ausgiebig mit der Artenvielfalt in der Natur beschäftigt. Die Kinder erforschten die Zusammenhänge zwischen Insektenvielfalt, Wildblumen, Nahrungsnetzen und ihrer eigenen Ernährung mit abwechslungsreichen Aktionen und Spielen. Sie erhielten die Ideen und die für die Umsetzung benötigten Materialien von Bettina Schroeder, Biologin und Mitarbeiterin der NABU Umweltpyramide.

 

Im Laufe der letzten zweieinhalb Jahre bekamen die Einrichtungen drei große, mit Lupen, Keschern, Naturbüchern und weiterem vielfältigen Forscher- und Bastelmaterial gepackte Themenkisten überreicht. In diesem Frühjahr erhielten die Kinder außerdem Kräuter und Naschpflanzen wie Erdbeeren und Himbeeren für ihr Außengelände. Inzwischen haben sie alle schon erfolgreich gegärtnert und reichlich geerntet.

 

Die Kinder bekamen viele Möglichkeiten, zu forschen, zu entdecken und den Geheimnissen der Natur auf den Grund zu gehen. „Ganz wichtig war, dass die Kinder selbst aktiv werden konnten, um so zu merken, dass das eigene Handeln etwas bewirkt. Die dadurch geförderten Kompetenzen entsprechen den Zielen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“, betont Schroeder. „Die Kinder fertigten Niststeine für Wildbienen, legten Wildblumenwiesen und bunte Beete an und bauten Vogelkästen. Das Projekt endet für die Kitas und der Helga-Leinung-Schule mit dem Befüllen von großen Wildbienen-Nisthilfen, die dann in der Nähe der neuen Blühflächen aufgestellt werden.“

 

Im Laufe des Projektes konnte die Biologin feststellen, dass sich die Insektenvielfalt durch die angelegten Wildblumenflächen enorm gesteigert hat. Zusätzlich werden nun gezielt die Wildbienen gefördert. Für den Bau der Wildbienen-Nisthilfen bekam Schroeder tatkräftige Unterstützung von Bernhard Schroeder, einem aktiven Ehrenamtlichen des NABU Kreisverbandes Bremervörde-Zeven. „Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Bernhard mich bei diesem Vorhaben so engagiert unterstützt hat“, bedankt sich Schroeder bei ihrem Namensvettern. „Die Kinder können Tonsteine und Hartholz mit Hohlräumen sowie hohle Schilfstängel und extra dafür angefertigte Pappröhrchen in die Nisthilfe füllen. Wichtig war mir auch, dass die Kinder sich die Brut der Wildbienen anschauen können. Daher enthält jede Nisthilfe drei aufklappbare Wildbienenbrettchen. Eine Kita hat mir schon ein Foto von belegten Brutröhrchen geschickt“, freut sich Schroeder über den Erfolg ihrer Idee.

 

Einige Einrichtungen haben ihre Blühfläche und die Nisthilfe im öffentlich zugänglichen Bereich, so dass auch Eltern und andere Besucher die Insektenvielfalt beobachten können. „Öffentlichkeitsarbeit kam wegen der Pandemie in diesem Projekt ein wenig zu kurz“, erzählt Schroeder. „Umso mehr freuen mich solche Aktivitäten und auch, dass eine Kita tatsächlich wieder ein Sommerfest anbieten konnte, auf dem den Eltern die Aktionen der letzten Jahre nähergebracht wurden.“

 

Insgesamt blicken alle Beteiligten auf ereignisreiche Jahre zurück. Alle Materialien verbleiben in den Einrichtungen, so dass die vier Module „Krabbeltierfreund“, „Blumenentdecker“, „Naturbaumeister“ und „Ernährungsforscher“ auch weiterhin eigenständig umgesetzt werden können. Aus dem Projekt heraus wird ein Leitfaden entwickelt, der ab Herbst allen interessierten Kitas das Nachahmen ermöglichen soll. Interessierte können sich schon jetzt bei der NABU Umweltpyramide unter info@NABU-Umweltpyramide.de melden.

 

Foto: Bernhard Schroeder freut sich, dass seine im Ehrenamt gefertigten Nisthilfen so schöne Plätze bekommen haben. / Bettina Schroeder