Bild 1: Schautafel in Mehedorf (Sylke Bischoff, Torsten Brunkhorst); 2: Brachvogelgelege; 3: Kiebitzgelege; Fotos: NABU Umweltpyramide
Brachvogel- und Kiebitzgelege auf Grünland sind mittlerweile keine Selbstverständlichkeit mehr. Beide Arten brüten zunehmend auf Maisäckern.
Es tut sich was im Vörder Land: Die seit Ende Februar/Anfang März in das Brutgebiet zurückgekehrten Kiebitze brüten bereits seit Mitte März, andernorts sogar schon seit Anfang März. Die erste Brachvogelgelege der Brutsaison wurden von den Mitarbeitern ebenfalls bereits gefunden. Die Kartierer haben alle Hände voll zu tun, um die Gelege auf den landwirtschaftlichen Äckern und Grünland ausfindig zu machen und zur besseren Sichtbarkeit abzustecken. Auf ausgewählten Flächen wurden zum Schutz vor dem Ausfressen der Gelege Zäune aufgestellt. Diese Schutzmaßnahme hat sich bereits bewährt – die ersten Küken sind dort vor wenigen Tagen geschlüpft.
Besonders ist in diesem Jahr, dass die Kiebitze rund 1-2 Wochen früher als sonst mit der Brut begonnen haben und häufiger als in den Vorjahren auf Grünland, ihrem eigentlichen Bruthabitat, brüten. Wie auch in den vergangenen Jahren wird das Projekt von der NABU Umweltpyramide fachlich begleitet.
Durch die finanzielle Förderung des Landes Niedersachsen, das, initiiert durch den Niedersächsischen Weg, den Wiesenvogelschutz unterstützt, kann das Projekt die Bodenbrüter in den Brutgebieten um Bremervörde intensiv betreuen. Eine wärmebildausgestattete Drohne hilft bei der Nestersuche und soll auch später bei der Nachverfolgung der Familien mit Küken eingesetzt werden. Durch Markierung der Gelege und Weitergabe der Standorte an die Landwirte soll die Gefahr der Zerstörung bei der Flächenvorbereitung ausgeschlossen werden. Durch den engen Kontakt zwischen Landwirt und Gebietsbetreuung kann der Verlust der Küken durch angepasste Bewirtschaftungsmaßnahmen weiter reduziert werden, freut sich Projektleiterin Sylke Bischoff von der NABU Umweltpyramide über die gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft.
Der Erhalt der Gelege und das Überleben der Jungvögel ist der erste wesentliche Beitrag zur Bestandssicherung. Dazu tragen auch Maßnahmen im Rahmen des Wiesenvogelprogramms durch Fördermöglichkeiten der Landwirtschaftskammer bei. Über diese konnten in den Schwerpunktgebieten Nord und Oerel bisher auf ca. 80 ha eine wiesenvogelfreundliche Bewirtschaftung abgeschlossen werden. Das Prädationsmanagement der rund um das Kornbecksmoor aktiven ehrenamtlichen Jäger ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Wiesenvogelschutzes, um den Verlust von Gelegen und Küken durch Fuchs, Rabenkrähe oder Dachs zu reduzieren.
Eine seit Längerem fertiggestellte Schautafel konnte im März endlich am Revierblick in Mehedorf aufgestellt werden, die nun über das Wiesenvogelprojekt informiert (s. Bild1). Ebenfalls seit März berichtet in unregelmäßigen Abständen ein Rundbrief – die Brachvogelpost - kurz und knapp über Aktuelles aus dem Wiesenvogelprojekt.
Projektleiterin Sylke Bischoff bittet die Bevölkerung um Mithilfe und freut sich über aktuelle Meldungen von Kiebitzen und Brachvögeln im Projektgebiet.